Thomas Königs wurde 1956 in Nürnberg geboren. Seine Kindheit war musikalisch klassisch geprägt. Früh ermöglichte man ihm Klavierstunden zu nehmen. Hierbei erfuhr er die Musik von J.S. Bach, Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart nicht nur als Hörer. Mit zwölf Jahren jedoch begann seine Liebe zur Populären Musik. Inspiriert durch einen Freund begann er autodidaktisch Gitarre zu spielen. Seine ersten Songs waren Lieder von Bob Dylan und Donovan. Bald machte er sich in der Szene einen Namen und spielte in verschieden Bands elektrische Gitarre, Beat, Rock und vor allem, inspiriert durch Live-Konzerte von John Mayall, Champion Jack Dupree und Alexis Korner, Blues.

Immer mehr jedoch wuchs seine Liebe zu Singer/Songwritern wie James Taylor, Jackson Browne, Joni Mitchell, Carole King, Kris Kristofferson, David Crosby, Graham Nash und Neil Young. “Ich höre die Aufnahmen dieser Leute heute noch mit Begeisterung und Bewunderung.” 

1969     1972

Noch bevor Königs die “klassische Gitarre” kennen lernte, fertigte er seine erste Transkription für Gitarre an, eine Kunst, derentwegen er heute in der Fachwelt sehr geschätzt wird. Das berühmte Menuet aus J.S. Bach ‘Notenbüchlein für Anna Magdalene Bach‘ in G-Dur, von dem wir heute wissen, daß es vermutlich von Christian Petzold komponiert wurde. Hierbei waren ihm seine Klavierkenntnisse natürlich sehr hilfreich. 

Mit sechzehn sah Thomas Königs im Fernsehen die Dokumentation: ‘Segovia at Los Olivos‘. Fasziniert von Segovias Spiel kaufte er sich am nächsten Tag die Langspielplatte ‘Segovia on Stage’ und daraufhin die Notenedition von Erwin Schwarz-Reifling ‘Bach für die Gitarre‘. Autodidaktisch studierte er die Sarabande in h-moll, im Original für Violine, ein. Dieses Stück spielte er dann dem Gitarristen Kurt Hiesl vor, der daraufhin sein erster Gitarrenlehrer wurde. Zwei Jahre später begann er ein Musikstudium mit Hauptfach 'klassische Gitarre' am Meistersinger-Konservatorium in seiner Heimatstadt Nürnberg. Meisterkurse, u.a. bei Godelieve Monden und Eliot Fisk, ergänzten seine Ausbildung. 

1975     1979

Von 1978 bis 1980 erfolgte ein künstlerisches Aufbaustudium an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main bei dem legendären Lehrer Prof. Heinz Teuchert. “Teuchert war ein fantastischer Lehrmeister für mich, der nicht versucht hat, mir seinen ’Stil’ über zu stülpen, sondern mir als kompetenter Partner zur Seite stand, um meine Persönlichkeit als Musiker zu profilieren. Ich verdanke ihm viel. Er hat mich gelehrt, kritisch mit den Quellen umzugehen und viel zu recherchieren.” 

Als seinen wichtigsten Lehrer jedoch, obwohl er nie eine Stunde von ihm genossen hat, bezeichnet er Julian Bream. 1974 sah er den Meister zum ersten Mal im Konzert. Danach noch in den weiteren Jahren 25 mal. “Ich saß stundenlang vor meinem Plattenspieler und hörte die Fingersätze und Transkriptionen von Bream heraus. Er war ein ganz großer Einfluss in meiner Entwicklung.” 

Besonderen Wert legte Königs von Anfang an auf die Klangqualität. Neben einem intensiven Studium der Anschlagstechnik und der Klangerzeugung beschäftigte sich der Künstler ausführlich mit der Kunst des Gitarrenbaus. Dabei interessierten ihn besonders die Meister der zweiten Hälfte des 19.  und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Antonio Torres, Manuel Ramírez, Santos Hernández, Domingo Esteso und Hermann Hauser I. “Die Instrumente dieser Meister sind fantastisch. Man kann sich nichts Besseres vorstellen. Sie sind vergleichbar mit Stradivari bei der Violine. Leider haben heute interessierte Gitarristen und vor allem Gitarrenbauer nicht immer Zugang zu den besten Exponaten dieser Meister. Deshalb wird oft versucht, etwas Neues zu schaffen, anstatt hinter die Geheimnisse dieser hervorragenden Instrumente zu kommen.” “Ich finde auch den verantwortungsvollen Umgang mit historischer Aufführungspraxis wichtig. Ich möchte nicht Tárrega auf einer Westerngitarre spielen.” Königs lernte die wichtigsten Vertreter der aktuellen ‘Luthiers’, die sich dieser Tradition verpflichtet fühlen, persönlich kennen. José Luis Romanillos, Kevin Aram, Jeffrey Elliott, Brian Cohen. 1978 erwarb er seine erste Romanillos-Gitarre (Baujahr 1970). 1979 kam ein neues Instrument dieses Meisters hinzu.

bei José Romanillos, 1980     mit José 1988

Durch die Begeisterung für diese Instrumente des in England lebenden Spaniers lernte er den aus Iowa, USA, stammenden Gitarristen Bruce Banister, ebenfalls ein Fan von Romanillos-Gitarren, kennen. Schnell entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden Gitarristen. Man konzertierte viel gemeinsam und nahm eine CD, ‘Bajo la palmera‘, auf. Natürlich auf zwei Gitarren von José Romanillos (beide Bauj. 1973). “Seit 1995 spiele ich exklusiv mit großer Freude ein Instrument welches Brian Cohen für mich gebaut hat. Eine sehr genaue Kopie einer Hauser-Gitarre von 1940. Sehr leicht, etwa 1300 Gramm. Dieser Gitarrentyp zeichnet sich dadurch aus, dass man viel von seiner eigenen Persönlichkeit im Klang darstellen kann. Sie drängt einem nicht ihren Charakter auf. Aber man muss wissen, wie man damit umzugehen hat.” Diese Gitarre ist auf der Solo-CD ‘Segoviana’ zu hören. 

mit Bruce Banister, 1990     Video - Albéniz Capricho Catalan (Gitarre: Brian Cohen, Baujahr 1995)

Schon früh, mit 23 Jahren, erhielt Thomas Königs einen Lehrauftrag am Leopold-Mozart-Konservatorium der Stadt Augsburg. Von 1999 bis 2007 unterrichtet er an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg, am Standort Augsburg. Im Oktober 2007 wechselte er an die Musikhochschule in Nürnberg um dort eine Gitarrenklasse zu unterrichten. Am 20. Februar 2012 wurde Thomas Königs zum Honorarprofessor der Hochschule für Musik Nürnberg ernannt. “Ich war einer der jüngsten Dozenten am ‘Kons’. Viele meiner Studenten waren älter als ich. Aufgrund meiner Qualifikation als Gitarrist und im didaktischen Bereich respektierten und schätzen mich meine Studenten sehr. Die wichtige freundschaftliche Nähe zu ihnen ist mir, so denke ich, bis heute erhalten.”

mit Studenten auf Klassenfahrt - 2007      mit Studenten auf Klassenfahrt - 2007

Neben seiner Tätigkeit als Dozent ist der Künstler natürlich auch öfters im Konzertsaal zu hören. “Ich bin in der glücklichen Lage, nicht jedes Engagement annehmen zu müssen. Mein Hauptberuf ist das Unterrichten. Wichtig für mich ist das Ambiente, die Atmosphäre einer Veranstaltung und natürlich die Raumakustik. Eine Gelegenheit, als Kammermusiker zu agieren, mit Freunden und Kollegen zu spielen, lasse ich aber selten aus. Jüngst hatte ich die Freude, - ein lang gehegter Wunsch von mir -, Lieder von John Dowland in ihrer originalen Vierstimmigkeit (Sopran, Altus, Tenor und Bass) auf der Laute zu begleiten. Es war ein wunderbares musikalisches Erlebnis.” 

Viel Zeit investiert Königs in das Transkribieren von Musik, die ursprünglich nicht für die Gitarre geschrieben wurde. Einige dieser Arbeiten sind bei Peermusic in Hamburg, beim Tonger-Verlag, Köln, sowie bei Edition Canavas erschienen.

Zur privaten Seite des Musikers. 1971 lernte er seine Frau Rita kennen und lieben. Sie sind seither unzertrennlich. 1981 gaben sie sich das ‘Ja-Wort’. Zwei Jahre später wurde ihre Tochter Nina geboren.

 Hochzeit 1981       mit Ehefrau Rita, Neapel 2007   Rita und Thomas 2008

 - Portrait Thomas Königs von Petra Panzer, 2007 / 2012

www.thomaskoenigs.de